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Kaum Datenschutz bei Smart-TVs

Bildquelle: shutterstock.com

Unternehmen sammeln immer systematischer Daten. Unlängst waren smarte Lautsprecher diesbezüglich im Fokus. Aktuell macht speziell Samsung mit seinen Smart-TVs von sich reden.

Smart-TVs können „in grosser Intensität Daten über die Verbraucher und deren Nutzungsverhalten erheben und für Werbezwecke verwenden.“ Davon berichtete der Spiegel nach einer gross angelegten Untersuchung diverser Smart-TV-Anbieter. Rechtsverstösse gegen „Bestimmungen des Datenschutz-, Lauterkeits- und bürgerlichen Rechts“ sowie „Schutzlücken im geltenden Verbraucherrecht“ wurden durchs Band festgestellt.

Im Netz wird vor allem Samsung angeprangert. User berichten, dass sich beim Einschalten ihres Fernsehers Werbebanner quer über ihren Bildschirm legen. Es wird rege diskutiert, wie die Anzeigen blockiert werden können und natürlich auch vom Kauf abgeraten. Einen offiziellen Weg, diese Anzeigen zu blockieren, gibt es nicht.

Die User sprechen von „unzumutbarer“ Belästigung, Samsung spricht von „Empfehlungscharakter“

Das deutsche Bundeskartellamt hält fest, dies sei nach Paragraf 7 Absatz 1 des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb „eine unzumutbare Belästigung.“ Samsung, das früheren Angaben zufolge Werbebanner aktuell auf 30 Millionen TV-Geräte in Europa und Russland ausspielen kann, hat sich mittlerweile dazu geäussert: „Samsung bietet in Europa sogenannte ’native Smart-TV-Werbung‘ an. Diese soll sich nahtlos in die Smart TV-Bedienoberfläche integrieren. Die Ads sind mehrheitlich zur Bewerbungen von Inhalten unserer App-Partner gedacht und haben Empfehlungscharakter. Prinzipiell ist der Banner vergleichbar mit der Vorschaufunktion (Pre-View) einer App im First Screen, die dann auftaucht, wenn sich der Nutzer über eine App bewegt. Personalisierte Werbung, aber auch die Vorschaufunktion basieren auf den Sehgewohnheiten der Nutzer, dies jedoch nur, wenn der Nutzer hierfür ausdrücklich vorab seine Einwilligung erteilt hat.

Die Grundlage dafür ist die jeweils individuelle Werbe ID (TIFA), die Nutzer jederzeit zurücksetzen oder ein- und ausschalten können, indem sie die sogenannte ‚Interessenbasierte Werbung‘ aktivieren oder deaktivieren. Weitere Informationen dazu sind in den Datenschutzeinstellungen erklärt und auch auf der entsprechenden Website beschrieben.“

Es bleibt abzuwarten, ob die Ermittlungen gegen Samsung Wirkung zeigen. Hier kann nachgelesen werden, wie die Werbeeinblendungen abgeschaltet werden können.

Simon Chiozza
Simon ist das perfekte Beispiel für die Symbiose aus Journalismus und Marketing, die wir auf marketing.ch erreichen möchten. Er arbeitete viele Jahre im Marketing, bevor er seine zweite grosse Leidenschaft im Journalismus fand. Als unser "News-Guy" sorgt er dafür, dass ihr immer mit den aktuellsten News versorgt seid.

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