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Instagram vs. Influencer – neue Tools sollen versteckte Werbung aufdecken

Instagram-User, die Werbung für Unternehmen machen und diese nicht kennzeichnen, sollen künftig häufiger überprüft werden. Sogenannte „Sponsored Posts“, bei denen Influencer Geld oder andere Gegenleistungen von Unternehmen erhalten, um in ihren Beiträgen Produkte zu bewerben, werden häufig nicht als Werbung ausgewiesen. Das hat zumindest eine Studie der Wettbewerbsbehörde des Vereinigten Königreichs ergeben. Instagram, beziehungsweise Adam Mosseri, hat darauf prompt reagiert:

In den meisten Ländern müssen Instagram-User sponsored posts als Werbung deklarieren. Eigentlich ganz einfach, denn dazu sind Hashtags wie #werbung, #sponsored oder #ad völlig ausreichend. Wie aus der oben genannten Studie hervorgeht, halten sich viele User nicht an diese Richtlinie, was wiederum dazu führt, dass andere Nutzer in die Irre geführt werden.

So will Instagram mit dem Problem umgehen

Instagram hat zwei neue Ideen, wie mit dem Thema umgegangen werden soll. Zum einen soll es ein Überprüfungstool für Influencer geben. Bevor ein Beitrag hochgeladen werden kann, muss bestätigt werden, ob es sich um einen sponsored post handelt oder eben nicht. Weiter plant Instagram, einen Algorithmus einzusetzen, der Content automatisch erkennt, wenn Werbung enthalten ist. Ist das der Fall und die Kennzeichnung als Werbung fehlt, sollen das werbende Unternehmen und der Influencer informiert werden.

Wie ist die Lage in der Schweiz?

In der Schweiz gibt es das Bundesgesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG), aus dem sich unter anderem ableiten lässt, dass auch Schweizer Influencer ihr Publikum beziehungsweise ihre Follower nicht täuschen dürfen. Im Rahmen des Lauterkeitsrechts gilt das sogenannte Transparenzgebot, was bedeutet, dass auch Influencer Content kennzeichnen müssen, der entweder bezahlt oder in anderer Form vergütet wird. Grundsätzlich gilt diese Kennzeichnungspflicht, dennoch ist es in der Schweiz so, dass die Lauterkeitskommission keine Sanktionsmöglichkeiten hat und Influencer zumindest von dieser Seite keine Konsequenzen fürchten müssen. Anders sieht es im zivilrechtlichen Bereich aus, es könnten beispielsweise private Klagen aufgrund unlauteren Wettbewerbs gegen Influencer eingereicht werden. Wer auf der sicheren Seite sein möchte, sollte Posts, die in Verbindung mit einem werbetreibenden Unternehmen stehen einfach kennzeichnen.

Werbung auf Instagram muss deutlich gekennzeichnet sein

Die einen vergessen das Kennzeichnen, den anderen ist es vielleicht egal und wieder andere „verstecken“ Hashtags ganz gezielt, die eigentlich sehr deutlich machen sollen, dass es sich um Werbung handelt. Ein Grund für die nachlässige Verwendung von Hashtags wie #Werbung kann auch sein, dass sich viele gar nicht richtig über die Instagram-Richtlinien bewusst sind. Mit den neuen Massnahmen will Instagram zumindest jetzt versuchen, gegen ungekennzeichnete Werbung härter vorzugehen. Wann diese jedoch umgesetzt werden, steht aktuell nicht fest. Fakt ist, wer als Influencer auf Instagram und anderen sozialen Netzwerken unterwegs ist, sollte seine Werbe-Postings für die anderen User entsprechend deutlich machen.

Redaktion
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