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Industrie erwartet nie dagewesenen Einbruch der Produktion

Die Autobauer fahren nach Wochen des Stillstands die Produktion langsam wieder an: Die Industrie insgesamt erwartet aber nur sehr langsame Fortschritte und daher einen weiteren noch nie dagewesenen Einbruch ihrer Produktion in den nächsten Monaten – bei einer zugleich schwachen Nachfrage ist das eine Horrorvorstellung für so manchen Ökonomen.

Die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion im März angesichts der Corona-Krise in Rekordtempo gedrosselt. Industrie, Bau und Energieversorgern stellten zusammen 9,2 Prozent weniger her als im Vormonat. „Dies ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Zeitreihe im Januar 1991“, teilte das Statische Bundesamt am Donnerstag. Ökonomen hingegen hatten nur mit einem Rückgang von 7,5 Prozent gerechnet.

„Vorhang auf für die Horrorshow“, kommentierte DekaBank-Ökonom Andreas Scheuerle. „Produktionsstopps auf der einen Seite und eine kollabierte Nachfrage im In- und Ausland auf der anderen Seite erschüttern die deutsche Industrie in noch nie dagewesenem Umfang. Und das war erst der Beginn.“ Das sieht auch das Bundeswirtschaftsministerium so, das eine noch schlimmere Entwicklung erwartet: „Es ist von einem nochmals deutlich stärkeren Produktionseinbruch im April auszugehen.“

Die exportabhängige Industrie allein stellte im März 11,6 Prozent weniger her, wobei die Autobranche sogar um fast ein Drittel einbrach. Die Aufträge fallen in Rekord-Geschwindigkeit weg: Sie sanken im März um 15,6 Prozent zum Vormonat.

Industriebetriebe erwarten weiteren Produktionseinbruch wie nie zuvor

Die Industriebetriebe erwarten daher einen noch nie dagewesenen Einbruch ihrer Produktion. Das entsprechende Ifo-Barometer für die kommenden drei Monate stürzte im April um 30 Zähler auf minus 51,4 Punkte. Das ist der tiefste Punkt seit der Wiedervereinigung. „Das Tal der Produktion wird immer tiefer“, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe dazu.

Wegen des guten Jahresauftakts fiel die gesamte Produktion im ersten Quartal allerdings nur um 1,2 Prozent. „Jetzt heißt es, nach vorne zu schauen“, sagte LBBW-Ökonom Jens-Oliver Niklasch. „In den letzten Wochen hat ja insbesondere die Automobilindustrie die Produktion wieder angefahren.“ Es komme jetzt darauf an, den Wirtschaftskreislauf möglichst zügig und umfassend zu reanimieren. „Die Entscheidungen in den Bundesländern zeigen, dass die Zeichen eindeutig auf Lockerung stehen, die Infektionszahlen scheinen das zuzulassen“, sagte Niklasch.

Da auch die Dienstleister unter den Corona-bedingten Geschäftsschließungen leiden, sagt die EU-Kommission Europas größter Volkswirtschaft den stärksten Konjunktureinbruch der Nachkriegszeit voraus: Das Bruttoinlandsprodukt soll in diesem Jahr um 6,5 Prozent einbrechen.

Quelle:  www.manager-magazin.de

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