Start Kommunikation Googles Interesse an DOOH: Konkurrenzsituation würde sich verschärfen
Quelle: Uladzik Kryhin/shutterstock.com

Googles Interesse an DOOH: Konkurrenzsituation würde sich verschärfen

Der Internetgigant will laut einem Bericht in Deutschland im grossen Stil in die Aussenwerbung einsteigen. Digitalexperte Roger Baur hält auch den Einzug in den Schweizer Markt für wahrscheinlich. Wie reagieren Schweizer Vermarkter darauf?

Laut der «Wirtschaftswoche» will Google in Deutschland in die digitale Aussenwerbung einsteigen. Mithilfe von Bewegungsdaten könnte der Konzern Nutzern auch auf der Strasse gezielt Werbung vorspielen (persoenlich.com berichtete). Zwar will die auf Digital Out of Home (DOOH) spezialisierte Consultingfirma Invidis in diesem Medienbericht «viel heisse Luft» erkennen. Andere Branchenkenner deuten aber an, dass an den Plänen von Google etwas dran sein könnte. So auch Roger Baur: «Das ist für mich keine Überraschung. Ich bin schon länger davon ausgegangen, dass Google das tun wird.» Die digitalen Plakate respektive Screens würden sich dazu förmlich aufdrängen, so der Schweizer Digitalexperte auf Anfrage von persoenlich.com.
DOOH sei ein spannendes Medium, speziell in Verbindung mit standortbasierten Informationen, sagt auch Christoph Marty, CEO von Clear Channel. «Push-Funktion des Plakates und Pull des mobilen Werbemittels können sehr effizient verbunden werden – was wir ja in unserem Angebot mit Adello bereits seit längerem bewiesen haben», so Marty. Out of Home scheine nicht nur für Google interessant zu sein, auch Netflix und Alibaba gehörten dazu.

Mischt Google auch in der Schweiz mit?

Auf die Frage, ob Google ähnliche Pläne wie in Deutschland auch in der Schweiz hege, hiess es bei Google am Dienstag lediglich, dass Gerüchte nicht kommentiert würden. Baur, CEO von NetProfit und Geschäftsleiter von IAB Switzerland, hält dies durchaus für möglich. «Klar, ist ja auch ein spannender Markt.» Es gebe hierzulande aber sicher etwas mehr Herausforderungen als in Deutschland, da es in der Schweiz nur ein paar Anbieter gebe, die Kooperationen eingehen würden oder zu kaufen seien. «Die ganz Grossen werden aber kaum Interesse haben, mit Google zu arbeiten», so Baur.

In Deutschland sucht Google laut der «Wirtschaftswoche» nach Partnern, die bereits im DOOH-Geschäft seien. Hat Google die Fühler in der Schweiz bereits ausgestreckt? «Nein», versichert Marty. Google hätte bislang noch keinen Kontakt mit Clear Channel aufgenommen. APG will über «geschäftsrelevante Kontakte keine Auskünfte erteilen».
Klar ist: Google hätte auf jeden Fall die finanziellen Mittel, einen Schweizer Player aufzukaufen. «Die Frage ist mehr, ist das eine globale Strategie? Kaufen sie sich dann nicht eher einen der grössten Anbieter weltweit, um so den Zugang in viele Länder zu haben?», fragt sich Roger Baur.

Schweizer Markt unter Druck

Würden die Gerüchte um Googles Interesse an DOOH wirklich stimmen und würde der Internetriese auch in der Schweiz tätig werden, gäbe dies «noch mehr Druck auf die lokalen Anbieter», so Baur. «Für uns wird es noch wichtig werden, mehr Kooperationen zu suchen, Kräfte zu bündeln und nicht zu unterschätzen, was die grossen Player auf der Welt alles tun können», so der Kenner der digitalen Branche der Schweiz.

«Die Konkurrenzsituation würde sich weiter verschärfen», sagt auch Marty von Clear Channel. Mehr Marktdynamik helfe jedoch sicherlich auch der Mediengattung.

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