Start News Google kauft für eine Milliarde Dollar Lizenzen von Verlagen ein

Google kauft für eine Milliarde Dollar Lizenzen von Verlagen ein

Bildquelle: shutterstock.com

Google geht mit einem neuen Nachrichtenformat an den Start: Google News Showcase. Im Google Feed haben die Nutzer dann kostenlosen Zugriff auf Artikel von verschiedenen Verlagen, auch die, die normalerweise hinter Bezahlschranken liegen. Dafür hat der Konzern knapp 1 Milliarde US-Dollar Lizenzgebühren bereitgestellt, die an die teilnehmenden Verlage gehen. Android-User in Brasilien und Deutschland können das Angebot zuerst nutzen, später soll der Dienst auch für Apple-Nutzer und in anderen Ländern zur Verfügung stehen.

Bereits mit 200 Medienhäusern hat der Internet-Riese Verträge geschlossen

Bis Ende 2020 soll das Projekt realisiert werden, das bereits im vergangenen Juni von Google angekündigt wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte der US-Konzern bereits Verträge mit verschiedensten Verlagen geschlossen. Insgesamt hat Google bereits mehr als 200 Partner in Deutschland, Brasilien, Argentinien, Grossbritannien, Australien und Kanada für den Google News Showcase mit an Board. In Deutschland sind alleine 20 Medienhäuser mit dabei.  Dazu zählen unter anderem die FAZ, die Zeit, der Spiegel und Focus Online. Mehr Publisher aus weiteren Ländern sollen nach und nach folgen, um das neue Angebot weiter auszubauen.

News von Verlagen im Story-Panel als personalisierter Feed

Bei Google News Showcase soll es Story-Panels geben, die Verlage selbst gestalten können. Somit wählen die Publisher verschiedene Inhalte aus, die dann dem Nutzer von dem neuen Dienst im News Feed bereitgestellt werden. Aktuell sind im Story-Panel lediglich Artikel geplant, allerdings sollen im Laufe der Zeit auch Elemente wie Tageszusammenfassungen, Videos oder Audios abrufbar sein. Die Panels werden ausserdem personalisiert, so dass der User die Inhalte angeboten bekommt, für die er sich interessiert. Auch sogenannte Paywalls oder Bezahlschranken, bei denen der Leser zahlen muss, um einen Artikel abzurufen, werden durch den neuen Google-Dienst überwunden, da der Konzern dafür die Lizenzen einkauft.

Einige freuen sich über die Kooperation, andere sehen’s kritisch

Zwar klingt eine Milliarde Dollar (umgerechnet knapp 855 Millionen Euro) erstmal nach einem grossen Investment. Allerdings ist das Budget auf drei Jahre ausgelegt und soll sämtliche Lizenzgebühren abdecken. “Es ist Googles bislang weitreichendsten Schritt, um die Zukunft des Journalismus zu unterstützen”, meldete sich der Google-Chef in Zentraleuropa, Philipp Justus zu Wort. Vor allem für die Nutzer von Google News Showcase, dürfte das neue Angebot interessant sein. Verlagshäuser jedoch geben unterschiedliche Meinungen zu dem neuen Google-Dienst ab. Der deutsche Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) teilte unter anderem folgendes mit: „Es ist daher umso weniger nachvollziehbar, dass der Konzern sich gegen klare gesetzliche Regelungen zum Schutz von Presseinhalten wendet. Es drängt sich der Verdacht auf, dass Google offenbar lieber ein eigenes Angebot lanciert, bei dem es die Teilnahmebedingungen diktieren kann, anstatt Recht und Gesetz in der EU anzuerkennen.“

Es drängt sich der Verdacht auf, dass Google offenbar lieber ein eigenes Angebot lanciert, bei dem es die Teilnahmebedingungen diktieren kann, anstatt Recht und Gesetz in der EU anzuerkennen

Deutscher Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger

Immer wieder hatte Google Nachrichtentexte und Bilder von Verlagen verwendet, ohne diese zu lizenzieren. Andere wiederum freuen sich über den Deal mit Google, der wichtige Inhalte noch mehr Menschen zugänglich machen soll. Die Digitalgeschäftsführerin, Carina Laudage, von Gruner + Jahr Medien („Stern“) hat gesagt: Google News Showcase bietet uns die Möglichkeit, einen weiteren vielversprechenden Kanal für unsere journalistischen Inhalte zu testen. Wir versprechen uns dadurch, die Reichweite unserer digitalen Angebote weiter zu steigern und auch unsere Bezahlangebote bekannter zu machen, um noch mehr Menschen mit unseren Marken zu erreichen.”

Redaktion
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