Start Business Give-Aways: Welche immer funktionieren – und welche nicht

Give-Aways: Welche immer funktionieren – und welche nicht

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Give-Aways, Werbegeschenke, stellen einen wichtigen Weg dar, um Marken beziehungsweise Unternehmen dauerhaft in den Köpfen der Zielgruppe zu verankern. Nicht nur über die optische Verbindung, sondern auch über einen einhergehenden Nutzwert; so klein er manchmal auch sein mag.

Allerdings: So viele mögliche Give-Aways auch existieren, so sehr ist doch nicht jedes gleichermassen geeignet, kann teilweise sogar kontraproduktiv sein. Hier sind Augenmerk und ein Fokus auf zeitgemässen Nutzwert gänzlich entscheidend.

Welche Give-Aways immer funktionieren

Power-Banks

Ein Give-Away, welches sicherlich zur preislichen Oberklasse der Werbegeschenke gehört: Die Power-Bank. Sinn und Zweck dieses Geräts ist es, ein tragbarer Reichweitenverlängerer für strombetriebene Digitalgeräte zu sein – mit dem Smartphone als wohl klassischstem Einsatzbereich.

Denn so sehr elektrisch-elektronische Geräte immer stärker das alltägliche Leben bestimmen, so sehr ist es auch eine Tatsache, dass deren steigende Akku-Kapazitäten durch analog steigende Geräteleistungen kaum für spürbare Verlängerungen der Nutzungsdauer sorgten; abermals mit dem Smartphone als Paradebeispiel.

Seit Jahren und jüngst durch eine Umfrage des deutschen Digital-Branchenverbands Bitkom einmal mehr bestätigt, rangieren längere Akkulaufzeiten auf der Wunschliste von Smartphone-Kunden weit oben. Eine Power-Bank liefert diese. Und da die Anbindung über den USB-Standard verfügt, kann sie zudem unzählige weitere portable Alltagshelfer mit Energie versorgen.

Fotokalender

Ein Grossteil aller Schweizerinnen und Schweizer besitzt ein Mobiltelefon – egal ob smart oder nicht. Immer gehören auch digitale Kalender mit zig Funktionen zu diesen Geräten. Dennoch besitzen viele nach wie vor klassische analoge Kalender.

Der Grund dafür ist vor allem in der Einfachheit von Eintragung und Ablesung wichtiger Termine zu finden. Allerdings auch, dass dieser Kalender ohne jegliche Umwege von mehreren Haushaltsmitgliedern genutzt werden kann – immer auf einen Blick, ohne eine App und dergleichen zu öffnen.

Speziell bei Fotokalendern kommt noch ein mitunter hoher dekorativer Wert hinzu. Das ist jedoch ein zentraler Dreh- und Angelpunkt: So leicht Kalender mit Fotos auch zu erstellen sind, so sehr muss bei Give-Aways der Fokus darauf liegen, dass die Motive…

  1. …vom ausgebenden Unternehmen rechtssicher genutzt werden dürfen. Es ist deshalb entweder ein Fotograf zu beauftragen oder sind gemeinfreie Bilder aus Quellen wie Unsplash oder Pixabay zu nutzen.

  2. …einen wirklich dekorativen Wert erfüllen. Bilder aus dem Firmenalltag oder reine Werbefotos tun dies nicht. Hier sind Tier- oder Landschaftsbilder deutlich besser und auch neutraler.

Zumal Fotokalender die Chance bieten, alljährlich ausgegeben zu werden und so immer wieder neu, immer wieder anders zu funktionieren.

Thermobecher

Die klassische Kaffeetasse hat als Werbegeschenk mangels Einzigartigkeit an Effektivität eingebüsst. Heute allerdings, wo das Umweltbewusstsein hoch ist und Einweg-Kaffeebecher vielerorts einen schlechten Ruf haben, bietet sich in Form des Thermobechers eine gute Alternative zum Steingut-Kaffeebehälter.

Zentral wichtig ist hierbei jedoch, dass der Becherdeckel absolut dicht schliesst – bei vielen günstigen Modellen ist dies nicht der Fall; kippt der Becher um, verliert er seinen Inhalt und der positive Werbeeffekt verkehrt sich ins Gegenteil.

Ferner sollte für eine möglichst breitgefächerte alltägliche Nutzbarkeit darauf geachtet werden, dass das Brand- beziehungsweise Firmenlogo nicht zu prominent ist. Lieber also ein ästhetisch per Laser eingraviertes Logo oder Schriftzug als ein etwas ungeschickt wirkender Vollfarbaufdruck – zumal ersteres sich im Gegensatz zu letzterem auch nicht durch Gebrauch und Reinigung abnutzt.

Smartphone-Fingerhalter

Rings ums Smartphone finden sich viele nützliche Give-Aways. Hauptsächlich deshalb, weil die Geräte eine so immense Verbreitung haben und alltäglich genutzt werden. Jedoch: Smartphones wuchsen in den vergangenen Jahren beträchtlich. Insbesondere das einhändige Handling litt darunter sehr.

Beim Fingerhalter, auch als Smartphone-Ring und unter diversen anderen Begriffen bekannt, handelt es sich letztlich um ein ring- oder pilzförmiges Accessoire. Aufzukleben auf die Rückseite des Telefons fungiert es als Anker, der Hand und Gerät sicher miteinander verbindet.

Zwar bietet sich hier nicht viel Fläche, um Werbeaufdrucke unterzubringen; das wird jedoch durch den hohen praktischen Nutzwert wettgemacht. Überdies sind diese Give-Aways ausnehmend günstig.

Schlüsselanhänger-Werkzeuge

Selbst bei uns, im Heimatland des wohl berühmtesten Taschenwerkzeugs der Welt, trägt längst nicht jeder eines ständig mit sich. Eigentlich jedoch bietet der Alltag zahllose Herausforderungen, die sich selbst mit ausgefeilten Handy-Apps nicht lösen lassen – angefangen beim gut zugeklebten Karton über lose Schrauben bis hin zum scharfen Fingernagel.

Das klassische Taschenmesser mag die Lösung für diese Probleme sein; allerdings ist es häufig zu schwer und/oder klobig für den Schlüsselbund. Die Lösung findet sich in Form sogenannter Key-Tools. Das sind ähnlich multifunktionale Schlüsselanhänger, jedoch in weit freierer Form und häufig enorm findig, was die Bestückung mit Werkzeug auf kleinstem Raum anbelangt.

Zumal die Auswahl gross ist und sich für diverse Firmen- und Marken-Backgrounds Passendes finden lässt. Allerdings hat auch die klassische Taschenmesserform einen Anwendungsbereich, wenn auch nicht als Hort für scharfe Klingen:

Schlüssel-Organizer

Seit Dekaden steigt die Anzahl von Schlüsseln an einem normalen Bund. Und für Fahrzeugbesitzer kommt noch erschwerend hinzu, dass deren Öffner durch diverse Elektronikfunktionen und Tasten mittlerweile ausnehmend klobig sind; bei manchen Herstellern erreichen die Schlüssel sogar die Abmessungen kleiner Handys.

Dadurch überfüllte Schlüsselbunde sind in der Jacken- oder Hosentasche ein ausbeulendes Ärgernis – so sie überhaupt dort hineinpassen, falls die Mode Körperbetontes diktiert.

Die Lösung sind Schlüssel-Organizer. Letztlich ein dem Taschenmesser ähnliches Prinzip – nur für Schlüssel und durch den Kunden frei bestückbar. Zwar bleiben auch hier Auto- und sonstige dicke, unförmige Schlüssel aussenvor, aber wenigstens die normalen Türöffner werden auf engem Raum zusammengebracht. Weniger Gefahr fürs Taschenfutter und ausserdem klappert nichts.

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Welche Give-Aways weniger gut funktionieren

Kugelschreiber

Die Masse machts – nicht immer. Kugelschreiber sind schon deshalb kein gutes Give-Away, weil sie als solches allgegenwärtig sind. Einzige Ausnahme sind besonders ausgefallene Stücke, etwa aus Holz oder Aluminium.

Jedoch bleibt immer das Risiko, dass die Schreibhilfe genau dann nicht funktioniert, wenn sie am dringendsten benötigt wird. Schlecht für positive Werbeeffekte.

Kappen und Mützen

Der Grundgedanke hinter Kopfbedeckungen als Werbegeschenken mag logisch sein – Schutz vor Sonneneinstrahlung und Witterungsunbilden. Jedoch wurden/werden diese Stücke zu häufig lieblos mit Logos und Schriftzügen versehen. Damit wird der Träger gezwungen, gut sichtbare Werbung am Körper zu tragen; das mag längst nicht jeder. Zumal Kopfbedeckungen jeglicher Art stark modischen und je nach Art jahreszeitlichen Strömungen unterliegen.

Übrigens: Dies gilt in gleichem Mass auch für T-Shirts und andere Kleidungsstücke und Accessoires.

USB-Sticks

Vor nur wenigen Jahren hätte dieses Give-Away im ersten Kapitel gestanden. Heute jedoch sind USB-Sticks zunächst überall und lassen deshalb ein Alleinstellungsmerkmal vermissen. Zudem:

  1. Smartphones stellen für immer mehr Menschen die einzigen digitalen Geräte dar. Diese besitzen jedoch keinen normalgrossen USB-Anschluss, sondern entweder kleinere USB-Slots oder proprietäre Anschlüsse. USB-Sticks funktionieren deshalb ohne mitgelieferten Adapter nur an Laptops und Desktop-Rechnern.
  2. Dank diverser Apps sowie anderer Systeme gibt es mittlerweile etablierte Alternativen, um Daten zwischen zwei Geräten ohne physisches Zwischenmedium zu teilen.
  3. Speichervolumina sind mittlerweile in den Geräten enorm gross. Der USB-Stick als Zwischenlager hat deshalb immer seltener eine Daseinsberechtigung.

Zudem kommen bei immer mehr Menschen auch Datenschutzbedenken hinzu – ein USB-Stick mit wichtigen Inhalten ist schnell entwendet und kaum gesichert.

Feuerzeuge

Jahr für Jahr rauchen weniger Menschen. Damit sinkt gleichsam die wichtigste Zielgruppe für Feuerzeuge als Give-Aways. Zudem gibt es in einem häuslichen Umfeld mittlerweile deutlich wertigere Alternativen zum Entfachen von Kerzen, Cheminées und dergleichen.

Allerdings gibt es hier eine grosse Ausnahme: Elektronische Feuerzeuge, also solche, die keinen Brennstoff nutzen, sondern Hitze über eine batteriebetriebene Heizwendel erzeugen. Sie können durchaus wegen ihrer technischen Verspieltheit wirken. Ausserdem tragen sie durch die Wiederaufladbarkeit und die Abwesenheit eines (fossilen) Brennstoffs einen umweltpositiven Gedanken.

Sonnenbrillen

Sonnenbrillen sind längst zum wichtigen modischen Accessoire geworden, nicht mehr nur blosser Augenschutz vor gleissendem Licht. Damit besteht bei Give-Aways aus diesem Segment immer die latente Gefahr, durch Form und Farbgebung einen Teil der Zielgruppe falsch zu beschenken – Sonnenbrillen sind nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern auch der Kopf- und Gesichtsform.

Die einzige Lösung wäre es, mehrere Formen von Brillen zur Auswahl anzubieten. Dann jedoch bliebe die Tatsache, dass Werbe-Sonnenbrillen häufig als wenig wertig empfunden werden und Aufdrucke nicht nur klein bleiben müssen, sondern häufig als etwas deplatziert empfunden werden.

Fazit

Wenn Unternehmer hier etwas mitnehmen möchten dann, dass Werbegeschenke vor allem eine zeitgenössische und praktische Funktion erfüllen sollten. Abzulehnen sind deshalb solche Elemente, die schon seit Jahren als Give-Aways ausgegeben werden. Das gilt insbesondere, wenn sie aus dem untersten Preissegment stammen. Dann sind sie häufig nicht nur in Optik und Haptik wenig wertig, sondern haben oft nur eine sehr geringe Haltbarkeitsdauer.

Umgekehrt bedeuten auch hochwertige Give-Aways eine immerwährende Notwendigkeit, sich mit dem Thema zu befassen – was heute noch trendig und nützlich ist, kann morgen schon altbacken wirken; besonders im digitalen Bereich. Auch gute Werbegeschenke gehen mit der Zeit und entfalten so einen langwährenden Effekt.

Redaktion
Die Redaktion von marketing.ch liefert seit 2012 regelmässig spannende Inhalte rund um das Thema Marketing. Wenn kein anderer Autor hinterlegt ist, hat das marketing.ch Team gemeinsam unter diesem Account an den Artikeln gearbeitet. 🙂

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