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Funktioniert so Community Management? BAG blockt kritische User auf Twitter

In Zeiten von Verschwörungstheoretikern, Masken-Gegnern und Corona-Leugnern ist gutes Community Management seitens der Verwaltungsorgane besonders wichtig. Gute Kommunikation auf Social Media ist das A und O im Umgang mit einer Krise. Kritische User zu blockieren ist da sicher der falsche Weg – genau das hat das Bundesamt für Gesundheit mit über 50 kritischen Usern auf Twitter gemacht.

Viele User holen sich die Updates zur Corona-Krise vom Twitter Account des BAG, der mittlerweile über 100‘000 Follower zählt. Diverse User beklagen mittlerweile auf Twitter, dass sie diese Updates nicht mehr bekommen, weil sie vom BAG geblockt wurden.

«Ich bin absolut schockiert, dass sich eine öffentliche Gesundheitsbehörde während einer internationalen Krise Bürger zu blocken erlaubt», so eine Userin des Accounts «what kind of a world do we live in» laut einer Story von 20minuten. In der Story wurden weitere User zitiert, so meinte eine Userin «Hattet ihr ein schönes Wochenende? Die Mitarbeiter auf den Intensivstationen nicht, falls es euch interessiert», und spielte damit auf den Umstand an, dass das BAG an den Wochenenden keine Fallzahlen mehr veröffentlicht. Laut der Userin wurde der Kommentar gelöscht,  worauf sie sich durch einen erneuten Tweet beschwerte. Daraufhin wurde sie vom BAG blockiert.

Der Artikel nennt noch diverse weitere Beispiele, worauf User mit wütenden Tweets reagierten. «Unfassbar. Was kommt als Nächstes, Diktatur und Zensur auf Twitter?» oder  «Leute für Informationen der öffentlichen Gesundheit zu blockieren, ist in einer Demokratie unethisch.»

BAG verweist auf Policy zu Social Media

Daniel Dauwalder, Mediensprecher des Eidgenössischen Departements des Innern, bestätigt den Umstand. Als Grund nennt er die Social-Media-Regeln des BAG. Laut diesen erwartet das BAG von den Nutzern, dass sie nur Informationen verbreiten, die nach ihrem Kenntnisstand wahr und richtig sind. «Sie verpflichten sich, Respekt zu zeigen. Unverständliche Kommentare, Werbebotschaften oder Falschmeldungen löschen wir oder blenden wir aus.»

„Weiter hält das BAG fest, persönliche Kritik sowie anstössige oder derbe Kommentare oder Beiträge, die das Urheberrecht verletzen, nicht zu akzeptieren. Dies geschehe unabhängig davon, ob sie sich gegen einen Mitarbeiter des BAG oder gegen einen Internetnutzer richteten. Das BAG behält sich das Recht vor, regelwidrige Kommentare ohne Vorankündigung auszublenden oder zu löschen. Auch können Personen, die gegen die Regeln verstossen, ohne Vorwarnung gesperrt werden. Laut Dauwalder besteht jedoch die Möglichkeit, dass User eine Entblockung beantragen können.“, so 20minuten.

Wir finden, der Aufschrei ist durchaus berechtigt. Auf Kritik einzugehen oder sie zumindest zuzulassen gehört sicherlich zu den Kernkompetenzen einer Regierungsbehörde – offene Kommunikation auch mit Kritikern ist gutes Community Management.

Simon Chiozza
Simon ist das perfekte Beispiel für die Symbiose aus Journalismus und Marketing, die wir auf marketing.ch erreichen möchten. Er arbeitete viele Jahre im Marketing, bevor er seine zweite grosse Leidenschaft im Journalismus fand. Als unser "News-Guy" sorgt er dafür, dass ihr immer mit den aktuellsten News versorgt seid.

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