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Die wichtigsten Consumer-Behavior-Trends für 2023

In den vergangenen drei Jahren veränderte sich das weltweite Konsument:innen-Verhalten stark. Die Pandemie, aber auch die diesjährigen Ereignisse rund um Krieg und Konjunktureinbruch brachten viele Umbrüche mit sich – sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen. Auch im Marketing ist das deutlich spürbar. Wie sich die Consumer-Behavior-Trends in 2023 entwickeln, erfährst Du hier.

Mehr Online-Shopping, weniger stationärer Kauf, aber auch höhere Ansprüche in Sachen Nachhaltigkeit und das Bedürfnis nach einer persönlicheren Kund:innenerfahrung sind die Trend-Themen, die derzeit das Verbraucher:innenverhalten bestimmen. Doch sind diese Themen auch im nächsten Jahr noch relevant? Und was erwartet uns Neues im nächsten Jahr? 2022 neigt sich dem Ende zu und wir wollen uns einmal an Prognosen für die Consumer-Behavior-Trendsin2023 wagen. Los geht’s.

Die aktuelle Situation

Wir wollen an dieser Stelle gar nicht gross auf die derzeitigen globalen Umstände eingehen – schliesslich beschäftigen sie uns alle ohnehin Tag für Tag. Trotzdem ist keine Prognose für das Konsument:innenverhalten möglich, ohne (zumindest am Rande) kurz auf die Nachwirkungen der Pandemie und des Ukraine-Kriegs einzugehen. Diese beiden Ereignisse haben unser Verhalten als Konsument:innen stark verändert, nämlich in Hinblick auf

  • die Art, wie wir kaufen,
  • was wir kaufen und
  • auf unsere Ansprüche an die Produkte sowie an die Unternehmen, bei denen wir kaufen.

Das nimmt natürlich auch Einfluss auf Deine Arbeit als Marketer:innen, da die Art und Weise, wie Produkte präsentiert werden und wie die Kommunikation mit Kund:innen heute aussehen muss, eine andere ist, als beispielsweise noch 2019. Im Folgenden haben wir die wichtigsten Consumer-Behavior-Trendsfür2023 einmal für Dich zusammengefasst.

Online-Shopping bleibt weiterhin im Trend

Auch wenn der stationäre Einkauf in 2022 wieder angestiegen ist, behalten viele Konsument:innen ihr Verhalten aus der Pandemie bei, online einzukaufen. Was zu Beginn aus reiner Notwendigkeit während Corona heraus entstand, ist für sehr viele Menschen mittlerweile die beliebtere Alternative zum Kauf im Laden – auch für diejenigen, die vor der Pandemie wenig bis gar nicht online bestellt haben.

Die bequeme Erfahrung, vom Sofa aus einzukaufen, kombiniert mit der Zeitersparnis sowie einem oftmals reichhaltigeren und auch günstigeren Angebot, konnten viele Menschen überzeugen, weiterhin online zu kaufen.

Unternehmen, die bisher nicht auf den Online-Handel spezialisiert waren, müssen mittlerweile umdenken. Auch wenn schon zuvor Online-Kauf möglich war, wurden wichtige Faktoren noch nicht optimiert. 2023 sollten diese Unternehmen also verstärkt an einem ansprechenden Online-Shopping-Angebot, schnellen Liefermöglichkeiten sowie an Online-Services wie Kunden-Chats und virtuellen Kaufberatungen feilen.

Bessere Einkaufserlebnisse vor Ort

Mit der steigenden Affinität zum Online-Kauf verändern sich auch die Ansprüche an das Einkaufserlebnis im Geschäft. Auch hier legen viele Verbraucher:innen mittlerweile mehr Wert auf Schnelligkeit und Effizienz.

Ein wichtiger Faktor dabei sind intelligente Kassen und der Smart Checkout, bei dem Kund:innen eigenständig ihre Waren einscannen und anschliessend kontaktlos bezahlen können. Dieser Vorgang beschleunigt den Checkout-Prozess erheblich – lange Schlangen vor der Kasse könnten damit schon bald der Vergangenheit angehören. Das Kund:innenecho zu dieser Technologie ist sehr positiv, weshalb davon ausgegangen wird, dass sie 2023 in vielen weiteren Geschäften und Filialen integriert werden.  

Zusätzlich steigt auch der Anspruch an die Verfügbarkeit von Produkten im Ladengeschäft, der natürlich ebenfalls vom Online-Shopping-Erlebnis befördert wird. Man erwartet mittlerweile schlichtweg, dass jedes Produkt sofort verfügbar ist. In der Realität ist das im stationären Handel natürlich nicht möglich – trotzdem kann hier im Service nachgebessert werden, indem nicht vorrätige Artikel vom Geschäft aus nach Hause bestellt werden können.

D2C E-Commerce steigt in der Beliebtheit

D2C (Direct-to-Consumer) meint den Direktkauf bei Markenherstellern, ohne Umwege über Shopping-Portale wie Amazon &. Co. Besonders bei jüngeren Konsument:innen aus der Gen Z wird dieser Trend immer beliebter.

Doch welche Vorteile bringt dieser Kauf ohne Umwege? Viele Direktkäufer:innen beziehen sich auf eine höherwertige Kauferfahrung – dazu gehören z. B. Faktoren wie Treueprogramme und eine stärkere Identifikation mit der Marke.

Hier liegt auch eine wichtige Aufgabe für Unternehmen und Marketer:innen für 2023. Die Möglichkeit, die Marke so zu positionieren, dass die Kund:innen sich identifizieren und „ein Teil der Brand“ sein wollen, zahlt sich aus. Nutzen viele Kund:innen die Unternehmenswebsite bzw. den unternehmenseigenen Online-Shop als Anlaufstelle, ergeben sich hier spannende Möglichkeiten in Bezug auf das Marketing sowie für den Vertrieb der eigenen Produkte.

Nachhaltigkeit und bewusstes Einkaufen

Nachhaltiger Konsum und Umweltschutz sind Themen, die das Verbraucher:innenverhalten immer stärker verändern werden. Auch der Kauf bei regionalen Erzeuger:innen liegt bei den Konsument:innen im Trend. Generell entfernen sich die Werte vieler Menschen immer mehr von der einstigen Wegwerf-Mentalität.

Unternehmen sollten diese Entwicklung auch in 2023 noch stärker berücksichtigen und eigene Bestrebungen in dieser Richtung proaktiv über das Marketing bewerben. Konsument:innen neigen nämlich immer stärker dazu, sich loyal gegenüber Anbieter:innen zu verhalten, die sich für Themen wie Nachhaltigkeit, soziales Engagement und Solidarität einsetzen. Unethisches Verhalten wird heutzutage schnell aufgedeckt und von den Konsument:innen bestraft.

Stärkere Orientierung an die Wünsche der Verbraucher:innen

Um die Loyalität der Kund:innen zu gewinnen, wird es 2023 noch mehr darum gehen, den Verbraucher:innen zuzuhören und auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Immer mehr Menschen nutzen die direkten Kontaktmöglichkeiten zu den Unternehmen über Chat-Funktionen oder Social-Media-Kanäle, um ihre Meinung auszudrücken und Wünsche oder Kritik zu äussern. Dieses Feedback ist wertvoll.

Für das Marketing entstehen dadurch grossartige Chancen, die Kund:innenansprache zu optimieren und die Zielgruppe mit Inhalten zu erreichen, die perfekt auf ihre Wünsche und Bedürfnisse zugeschnitten sind.

Was bedeutet das alles für Unternehmen und Marketer:innen?

Zu Beginn des Artikels sprachen wir bereits von einem Umschwung der letzten Jahre. Tatsächlich befinden wir uns immer noch innerhalb dieses Umschwungs, der sich auch weiterhin stark auf das Konsument:innenverhalten auswirken wird. Für Unternehmen und Marketing-Abteilungen bedeutet das für 2023 vor allem eines: die Notwendigkeit, sich schnell anpassen zu können.

Es kann durchaus sinnvoll sein, noch einmal zu überprüfen, ob die Zielgruppe der letzten Jahre (bzw. die Vorstellung von dieser Zielgruppe), wirklich noch die aktuelle Käuferschaft abbildet. Hat sich diese nämlich verändert, müssen u. a. Botschaften im Marketing, Vertriebskanäle und das Branding teilweise oder vielleicht sogar vollständig neu ausgerichtet werden. Die erneute Anfertigung von Zielgruppenprofilen und Personas kann hierbei sehr hilfreich sein und neue Erkenntnisse fördern.

Der zunehmende Anspruch nach ethischem, werteorientiertem Handeln von Unternehmen ist eine Entwicklung, welche das Konsument:innen-Verhalten im nächsten Jahr weiterhin prägen wird. Marketer:innen sollten also noch deutlicher darauf bedacht sein, positive Unternehmenswerte wie Nachhaltigkeit, Integrität und soziales Engagement nach aussen zu kommunizieren und ihnen einen zentralen Platz in der Aussenkommunikation zu gewähren.

Wie auch in den Jahren zuvor, geht der Trend hin zu einer noch stärkeren Kund:innenorientierung. Sowohl das optimale Einkaufserlebnis als auch das Teilen gemeinsamer Werte steht immer mehr im Fokus der Konsument:innen. Das liegt mitunter daran, dass die Menschheit derzeit mit vielen schwerwiegenden und grossen Themen konfrontiert wird, auf die sie reagieren muss. Das Gleiche erwarten die Konsument:innen natürlich auch von den Unternehmen, bei denen sie kaufen.

Neben werteorientierten Themen, ist die Relevanz von Online-Shopping und dem damit verknüpften Kund:innenerlebnis aus der Pandemie geblieben und mitunter sogar wichtiger für die Konsument:innen geworden. Die Menschen wollen Feedback äussern und haben zudem den Anspruch, dass Unternehmen dieses Feedback ernst nehmen und umsetzen. Unternehmen und Marketer:innen müssen also vor allem zuhören und Lösungen finden, die im Sinne ihrer Kund:innen sind.  

Wir hoffen, unsere Prognose für die Consumer-Behavior-Trends für 2023 konnte Dir einen Eindruck vermitteln, was uns im nächsten Jahr erwartet. In einem Jahr schauen wir, wie sich die Trends weiterentwickelt haben und was sich alles Neues für das Jahr 2024 herauskristallisiert hat – es bleibt also spannend!

Robin Knappmann
Robin Knappmann
Robin hat vor kurzem sein WiWi-Studium abgeschlossen und schreibt seit 2018 Beiträge rund um das Thema Marketing. Seine Begeisterung fürs Schreiben führte ihn bereits zu einer journalistischen Tätigkeit bei einer deutschen Tageszeitung und durch ein erstes, textintensives Studium der Germanistik und Philosophie. Wenn er nicht gerade vor einem neuen Beitrag sitzt, spielt er vermutlich Gitarre oder monologisiert über seine Lieblingsmusik.

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