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Bildquelle: youtube.com/user/DennerAG

Denner tuts schon wieder: Das Baby aus dem Werbespot entzückt das Internet

Mit seinem aktuellen Werbespot «Denner Baby» gelingt dem Schweizer Einzelhändler erneut der Coup. Der Clip stösst online auf viel Begeisterung. Warum er so gut ankommt, erfährst du in unserer Analyse.

Denner und die Marketingagentur Thjnk Zürich läuten ihre Zusammenarbeit mit einem Knall ein. Der Spot mit dem Baby-Protagonisten führt die neue Kampagne «Nah bei dir» an. Darin stellt ein Baby schockiert fest, dass nicht nur sein Schoppen, sondern auch der elterliche Kühlschrank leer ist. Also macht sich der Kleine schnurstracks auf den Weg in die nächste Denner-Filiale, um sich seine Milch zu selbst zu kaufen.

Denner beweist erneut ein gutes Händchen

Schon letztes Jahr sorgte ein Werbespot der Schweizer Kette für Aufmerksamkeit. Der von Hänsel & Gretel inspirierte Clip mit der Hexe wurde noch lange in mehreren Varianten ausgestrahlt – sogar als Director’s Cut. Er wurde von Jung von Matt produziert.

Der neue Spot wird im TV, Kino und online ausgestrahlt und erntet Lob und Verzückung. Auf YouTube steht das Video aktuell bei etwas über 700’000 Aufrufen. In den Kommentaren darunter teilen die Nutzerinnen und Nutzer ihre Begeisterung:

Das Geheimnis des Erfolgs – Warum wir das Denner-Baby lieben

Aber woran liegt es, dass das Denner-Baby so gut ankommt? Wir versuchen uns an einer Analyse in 3 Punkten.

Wir lieben Babys

Ja, der Kleine ist halt einfach mega herzig. Babys ziehen sofort unsere Aufmerksamkeit auf sich. Die Wissenschaft führt das auf die Gesichtsstruktur von Kleinkindern zurück, die automatisch eine Art elterliche Fürsorge als Reaktion auslöst. Wir möchten das Baby beschützen – oder noch lieber knuddeln. Das erhöhte Interesse, das wir Kindern entgegenbringen, macht sich die Werbebranche seit Langem zunutze. Erinnerst du dich noch an die evian-Babys?

Sie eroberten die Welt im Sturm und zogen zahlreiche Nachfolgespots nach sich. Die Werbung teilt eine Gemeinsamkeit mit der Denner-Kampagne, welche die beiden von anderen Werbungen mit Kleinkindern abhebt: Die Babys verhalten sich wie Erwachsene. Wenn sich die Kleinen benehmen, als wären sie schon ganz gross, können wir gar nicht anders, als hinzuschauen. Es ist zu absurd und gleichzeitig belustigend. Das macht sich die neue Denner-Werbung zu eigen. Selbstständig bestreitet das Kind den Weg zur Denner-Filiale und benötigt nur ganz am Ende einen Griff unter die Arme vom lieben Mitarbeiter – dem heimlichen Star des Spots.

Wir gehen Downtown

Das Video wird nicht von x-beliebiger Musik untermalt, sondern vom Kult-Hit der 60er-Jahre Downtown, gesungen von Petula Clark. Inhaltlich ist der Song die ideale Begleitung zum Aufbruch des Babys. Der Songtext handelt vom Weg in die Stadt, wo alle Sorgen vergessen sind – oder in diesem Fall: in den Denner. Die Emotionen aus dem Text übertragen sich auf unsere Beziehung zur Marke Denner.

Es ist auch nicht das erste Mal, dass der Track prominent in der Popkultur auftritt. Der noch dieses Jahr erscheinende Kinofilm «Last Night in Soho» von Regisseur Edgar Wright verwendete in seinem Trailer kürzlich einen schaurigen Remix des Klassikers.

Wir erleben eine Geschichte

Du liest es auf marketing.ch wieder und wieder: Storytelling ist das A & O jedes gelungenen Werbevideos. Der Denner-Spot erfüllt dabei jede Voraussetzung für eine erstklassige Geschichte.

  • Charaktere: Warum wir den Kleinen so mögen, haben wir oben schon geklärt. Entscheidend ist aber, dass wir auch das Verlangen des Protagonisten nachvollziehen können. Wer kennt denn nicht das Gefühl von Enttäuschung, wenn keine Milch mehr im Kühlschrank zu finden ist. Aber zum Glück ist immer eine Denner-Filiale in der Nähe.
  • Orte: Die Geschichte beginnt an einem vertrauten Ort – zu Hause – mit einem vertrauten Problem. Die Lösung des Problems führt an einen weiteren bekannten Ort – die Denner-Filiale. Die Vertrautheit der Locations und ihre Relevanz für die Story machen uns empfänglicher für die Werbebotschaft.
  • Konflikt: Eine Geschichte ohne Konflikt ist nicht erzählenswert, denn ohne entsteht keine Spannung. Das Baby will unbedingt Milch trinken, die es zu Hause nicht findet. Der Wille dieses Problem zu lösen, bestärkt den Protagonisten, das vertraute Daheim zu verlassen. Die Ankunft im Denner und das Überkommen der letzten Hürde – die Höhe des Regals – lösen den Konflikt auf befriedigende Weise. 
  • Absicht: Einfach nur ein süsses Baby vor die Kamera zu stellen, schreibt noch lange keine gute Story. Die Geschichte des Spots funktioniert, weil alle Elemente des Videos eine geteilte Absicht verfolgen. Sie beantworten das «Warum?». Warum Denner? Weil Denner immer in deiner Nähe ist, weil Denner immer für dich da ist.

Ein kleiner Geniestreich

Denner hat nicht nur einen hervorragenden Werbespot abgeliefert, indem sie eine Kamera auf ein Baby gehalten haben. Hinter dem Video steht ein ausgeklügeltes Konzept, das als Paradebeispiel für gutes Storytelling herhält. Wir sind gespannt, ob wir das Denner-Baby in Zukunft noch in weiteren Spots begleiten dürfen.

Daniel Cano
Daniel hat gerade sein Studium in Multimedia Production abgeschlossen und hat jetzt erstmal genug vom Theroriebüffeln. Darum teilt er nun seine Begeisterung – insbesondere für Video- und Content-Marketing sowie Storytelling – auf marketing.ch. Wenn er in seiner Freizeit nicht gerade jede*n nötigt, seinen Lieblingsfilm «Blade Runner 2049» zu schauen, kocht er gerne für Familie und Freunde.
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