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Das sind die grössten Marketing-Fails 2022

Marketing ist unsere Leidenschaft – genau darum haben wir die peinlichsten Marketing-Katastrophen aus dem Jahr 2022 zusammengefasst. So können wir nicht nur gemeinsam über die grössten Marketing-Fails des Jahres lachen, sondern auch daraus lernen.

Es gibt Marketingmassnahmen, die derart durchschlagenden Erfolg haben, dass sie dem angesprochenen Personenkreis langfristig in Erinnerung bleiben. Es kann aber auch ganz anders laufen: Manche Firmen können wir gerade darum nicht vergessen, weil sie sich peinliche Marketing-Fehltritte erlaubt haben. Die schlimmsten Fails des Jahres zeigen wir hier.

Apple: Das grenzwertige Spiel mit der Angst

Apple setzt meist nicht nur auf besonders emotionale, sondern auch auf hochmoderne Werbespots. Damit hat das Unternehmen meist grossen Erfolg und kann sein Image als Trendsetter und Innovationsführer ausbauen und unterstreichen. Allerdings liegt selbst Apple in puncto Marketing nicht immer richtig:

2022 überschritt das US-Unternehmen mit einem Werbespot für seine Apple Watch die Grenzen des guten Geschmacks. Und – vielleicht noch schlimmer – instrumentalisierte die Ängste von Konsument:innen in einem Spot namens „911“.

In dem Spot zu sehen waren Menschen, die sich verletzt hatten und hilflos in Situationen befanden, die Ängste wecken: Ein Paddelboarder, der sich in einer hilflosen Lage befand, nachdem er aufs offene Meer hinausgetrieben wurde. Ein Landwirt, der sich bei einem unglücklichen Sturz das Bein gebrochen hatte. Eine Autofahrerin, die bei einem schweren Unfall in ihrem Auto eingeklemmt worden war. Gemeinsam hatten alle drei Personen: Sie waren Besitzer einer Apple Watch 7 und konnten mithilfe ihrer Uhr einen Notruf absetzen und schliesslich gerettet werden.

Zweifellos kann ein Notruf Leben retten. Ebenfalls unzweifelhaft ist, dass sich mit mithilfe der rund 500 Euro teuren Apple-Uhr sogar ohne ein Mobiltelefon in der Nähe Hilfe rufen und Gefahrensituationen etwa dank Sturzerkennung vermeiden lassen. Die Kernaussage des Werbespots („diese Personen wären ohne ihre Apple Watch hilflos gestorben”) erscheint aber grenzwertig. Dass sich ein Unternehmen wie Apple Urängste von Menschen zunutze macht und sie zu Werbezwecken instrumentalisiert, ist darum ein echter Marketing-Fail.

Uber Eats: Nonsense-Werbung ohne klare Botschaft

Lieferando, Uber Eats und viele andere Lieferservices sind für viele Menschen bereits fester Bestandteil ihres Alltags geworden. Uber Eats war dabei ursprünglich nur dafür bekannt, Lebensmittel – insbesondere Speisen von lokalen Restaurants – bis an die Haustür zu liefern. Anfang 2022 entschied sich das Unternehmen jedoch dafür, auch (nicht essbare) Alltagswaren und kleine Einkäufe direkt nach Hause zu liefern. Hierauf wollte Uber Eats mit einem Werbespot aufmerksam machen.

Um den Werbeclip zu inszenieren, setze Uber Eats auf bekannte US-Stars wie Gwyneth Paltrow, Trevor Noah und Jennifer Coolidge. Allerdings sollte der Werbespot nicht nur mit internationalen Superstars, sondern auch Humor überzeugen.

Da Uber Eats nicht mehr nur Essbares lieferte, wurden die Promis gezeigt, wie sie durch das neue Lieferangebot – scheinbar verwirrt – versuchten, all das, was Uber Eats geliefert hatte, zu essen. Unter den gelieferten Produkten waren dabei etwa Katzenstreu, eine Kerze, Spülmittel oder Windeln. Die Message dahinter sollte sein: “Ab jetzt ist nicht mehr alles, was Uber Eats liefert, essbar.”

Was als humoristischer Werbespot mit A-Prominenten gedacht war, kam bei den Zuseher:innen allerdings nicht wirklich an. Viele Fernsehzuschauer:innen empfanden den Spot eher als albern statt als lustig.

OVO Energy: Taktloser Krisen-Spot

OVO Energy, einer der grössten Energieversorger Grossbritanniens, musste sich Anfang 2022 für einen besonders taktlosen Werbespot öffentlich entschuldigen. Grund für das Werbedebakel: Der Energieversorger hatte die Energiekrise und die gestiegenen Lebenshaltungskosten auf besonders geschmacklose Weise zu Werbezwecken instrumentalisiert.

Doch womit genau hatte OVO Energy geworben? Der Energieversorger hatte Zuseher:innen in seinem Werbespot dazu geraten, mehr Haferbrei zu essen, mit Haustieren zu kuscheln oder Kniebeugen zu machen, um sich (trotz steigender Energiepreise) warmhalten zu können.

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Diese „Lösung“ für die finanziellen Probleme, mit denen sich viele Konsument:innen aktuell konfrontiert sehen, muss wohl als Witz angesehen werden. Dabei allerdings mehr als problematisch: Angesichts der aktuellen Energiekrise und den stark gestiegenen Preisen für Strom und Gas ist vielen Menschen nicht wirklich zum Lachen zumute.

Zusammengefasst: Warum grosse Marken immer wieder peinliche Clips veröffentlichen

Ob missglückter Weihnachtsspot oder peinlicher Imagefilm – selbst grosse Unternehmen legen mit ihren Marketingmassnahmen immer wieder Bruchlandungen hin. Doch wie kann es sein, dass sogar den Grossen derart unangenehme Schnitzer passieren?

Ein Grund dafür, dass sogar die vermeintlich Besten daran scheitern, ihre Werbebotschaften taktvoll zu vermitteln, ist eine Mischung aus guten Absichten und fehlendem Feingefühl bei der Umsetzung. Selbst die beste Intention oder die wertvollste Botschaft lässt sich nur dann gekonnt vermitteln, wenn sie sensibel und entsprechend dem Zeitgeist inszeniert wird. Doch wie lässt sich sicherstellen, dass das gelingt, sich Erfolge etwa auf Social Media einstellen und die Bemühungen nicht – wie in den oben genannten Beispielen – kläglich scheitern?

Das Mittel, um peinliche Marketing-Fails zu vermeiden, heisst Authentizität. Das bedeutet: Damit ein Werbespot oder eine andere Marketingmassnahme erfolgreich wird und nicht zum Fremdschämen anregt, muss sie zu den Werten, die ein Unternehmen vertritt, passen. Wenn der Inhalt und die Botschaft einer Werbemassnahme dem Unternehmen wirklich am Herzen liegen, wirkt das Werbeinstrument aufrichtig und glaubhaft. Wird hingegen lediglich versucht, halbherzig Aufmerksamkeit zu generieren, wirken Spots und andere Marketing-Tools schnell albern oder unaufrichtig. Letzteres gilt es zu vermeiden, um nicht unter den Top-Marketingfails des nächsten Jahres zu landen.

Johannes Striegel
Johannes Striegel
Johannes schreibt für sein Leben gerne. Am liebsten über Marketing, Digitalisierung und Projektmanagement – seit 2018 arbeitet er als freier Texter und leitet eine Content Marketing Agentur. Neben dieser Tätigkeit schlägt sein Herz für den Sport, wo er jahrelang für einen professionellen Sportclub in der Vermarktung und im Marketing tätig war. Seine Mission: Möglichst viele Leser*innen für das begeistern, was auch ihm Freude ins Gesicht zaubert: Die wunderbare Welt des Marketings.

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