Start Mobile Marketing 5 Irrtümer über Mobile Marketing und die Wahrheit dahinter

5 Irrtümer über Mobile Marketing und die Wahrheit dahinter

Quelle: Foxy burrow/shutterstock.com

Auch wenn mittlerweile mehr als zwölf Jahre seit der Einführung der ersten iPhone-Generation und dem dadurch ausgelösten Siegeszug von Smartphones und Tablets vergangen sind, ist Mobile Marketing längst noch nicht so breit etabliert wie andere Formen des Marketings. Häufige Fehler gibt es aufgrund dessen zwar, lassen sich aber mittlerweile nicht mehr mit neuer Technik entschuldigen.

Die Geschichte der Digitalisierung ist voll von vertanen Chancen. Dass beispielsweise so viele traditionelle Sender im linearen TV derzeit arge Probleme haben, ist in direkter Linie auf eine Verkennung der Bedeutung des vor rund zehn Jahren auflodernden Streamings zurückzuführen. Und dass man sich bei Microsoft wohl noch heute darüber ärgert, anno 2002 das hauseigene Tablet nicht stärker forciert zu haben, sodass der Ruhm Jahre später an Apple ging, dürfte zu vermuten sein. Und immer standen dahinter Irrtümer über die zukünftige Bedeutung eines Mediums, einer Technik.

Ähnlich sieht es bei Mobile Marketing aus. Es ist keine neue Disziplin mehr. Dennoch herrschen nach wie vor Irrtümer, die wiederum Unternehmen um gute Gewinne bringen. Der folgende Artikel listet die fünf wichtigsten.

1. Irrtum: „Der mobile Traffic steigt nur langsam, es ist noch Zeit“

Man muss nur zu einer beliebigen Tageszeit auf die Strasse treten, um nach höchstens einer Minute mindestens einen Passanten zu entdecken, der auf sein Smartphone starrt. Dennoch gibt es nach wie vor viele Personen, die ernsthaft der Ansicht sind, dass es noch dauern würde, bis der Punkt erreicht ist, an dem mobiler Traffic jenen erreicht, der durch klassische Geräte generiert wird.

Das ist vollkommen falsch. Ja, zugegeben, singulär auf die Schweiz bezogen hat mobiler Traffic mit zuletzt knapp 40 Prozent Anteil tatsächlich noch nicht gleichgezogen. Allerdings sind wir damit ziemlich allein. Global betrachtet war 2018 das Jahr des Break Even; damals wurden knapp 51 Prozent mit Mobiltelefonen und weitere 4 mit Tablets generiert.

Und: Was den Medienkonsum sowie Social Media anbelangt, sprechen wir sogar von einem mobilen Wert von gut 80 Prozent! Tatsache ist: Es ist keine Zeit. Mobil ist jetzt und die Zukunft.

2. Irrtum: „App und Webseite kann man trennen, PWAs sind experimentell“

Viele progressiv Denkende haben immerhin anerkannt, dass es für maximale Erfolge notwendig ist, den Kunden nicht nur über eine Website anzulocken, sondern ihm auch eine App zur Seite zu stellen. Doch selbst bei vielen dieser Menschen hapert es folgend. Denn sie glauben, dass es weiterhin sinnvoll sei, beides getrennt zu betrachten.

Auch das ist falsch. Die Zukunft besteht aus einer Technik, Progressive Web Apps, kurz PWAs: Nativer Look, native Funktionalität, stark reduzierte Entwicklungskosten, weil nur ein Tool sowohl für alle Mobil-Betriebssysteme wie das Web entwickelt werden muss. Die PWA Development Company Divante formuliert es folgendermassen:

“It combines the best features offered by modern browsers with the benefits of native mobile applications, leading to a significant increase in revenue.”

Just jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem PWAs Fahrt aufnehmen. Das bedeutet aber, jetzt auf den Zug aufspringen zu müssen. Schon in einem Jahr ist das Thema Standard, zumindest bei den Grossen.

3. Irrtum: „Eine Nachricht für alle reicht aus“

Ein Unternehmen möchte auf mobilen Wegen seine Zielgruppe mit einem Call to Action versorgen. Bis hierhin eine gute Idee, insbesondere wenn das Ganze attraktiv optisch aufbereitet wird. Dann aber begehen viele nach wie vor einen Kardinalsfehler: Die Nachricht, die versendet wird, ist für jede Zielperson gleich, nutzt nur einen Übertragungsweg.

Ja, natürlich, für viele mag eine E-Mail, eine SMS ausreichend sein. Was jedoch viele Marketingtreibende übersehen, ist, wie unterschiedlich jeder sein Smartphone nutzt. Längst nicht jeder Privatier prüft seine Mails so häufig wie es Geschäftsleute tun. Bisweilen haben viele sogar gar kein Mail-Konto darauf eingerichtet, just weil sie um die Häufigkeit von Werbe-Mails wissen und nicht davon gestört werden möchten – übrigens ein weiterer Fehler, der oft begangen wird: Nachrichten zu Unzeiten versenden.

Unverbrüchlich mit einer guten Mobile-Marketing-Strategie verbunden ist das Wissen darum, wie die Zielgruppe(n) ihre Mobiltelefone hauptsächlich nutzt. Und darauf ausgelegt müssen auch CTAs und dergleichen versendet werden.

4. Irrtum: „Content ist King – immer und überall“

Wie wichtig Content ist, weiss jeder, der auch nur die Grundzüge des SEO beherrscht. Allerdings wird diese Denkweise von „Hauptsache Inhalt“ im Mobile Marketing zu häufig zu einem Bumerang.

Natürlich, auch hier ist Content wichtig. Das Problem resultiert jedoch praktisch immer daraus, dass auch die Erstellung mobiler Kampagnen auf normalgrossen Computerbildschirmen stattfindet. Das hat zur Folge, dass die Kampagne auf deren grossen (sowie breiteren als hohen) Monitoren hervorragend wirkt – aber auf den meist senkrecht gehaltenen sowie mit viel kleinerer Bildschirmfläche versehenen Mobilgeräten unglaublich überladen wirkt.

Hier kann die Lösung nur lauten, alles, was mobil angezeigt werden soll, so ausführlich wie möglich vor dem Release mobil zu überprüfen um die Gefahr einer Informationsflut zu bannen.

5. Irrtum: „Mobile Marketing können unsere Youngster übernehmen“

In der analogen Presse war es bis vor nicht allzu langer Zeit gängige Praxis, dass die Inhalte, die online erscheinen sollten, oft von den jüngsten Redakteuren verfasst wurden – oft waren die Inhalte auch einfach Dinge, die aus irgendeinem Grund für die Zeitung selbst nicht ausreichend waren.

Denn, so die Denkweise, „Internet ist was für die jungen Leute“. Welchen Schaden dieses Muster der traditionellen Presse zugefügt hat, dürfte bekannt sein. Im Marketing denken jedoch nach wie vor manche Leute so – und überlassen die mobilen Parts einer Kampagne den jüngsten in ihrer Truppe. Aus den gleichen zwei falschen Denkmustern: a) „Hauptsächlich junge Leute sind mobil unterwegs“ und b) „Die echten Leads werden auf stationären Geräten generiert“.

Abermals falsch, sogar gefährlich falsch: Mobiles Internet ist heute vollkommen alterslos. Bis hinauf zu den 65-Jährigen ist die Marktdurchdringung beinahe komplett. Selbst jenseits davon sinkt sie nur auf rund 40 Prozent der Bevölkerung ab. Dementsprechend ist auch Mobile Marketing völlig alterslos.

Und angesichts der im ersten Kapitel genannten Traffic-Tatsachen erklärt sich auch die Fehlerhaftigkeit des zweiten Denkmusters: Je nach Branche ist Mobil das wichtigste Standbein überhaupt. Keinesfalls sollte man dessen Betreuung (ausschliesslich) Einsteigern ohne viel Routine zumuten. Gerade hier braucht es Routiniers.

Bildquellen:

1) unsplash.com © Meliha Mannan
2) unsplash.com © Hugh Han
3) unsplash.com © Joshua Hoehne

Redaktion
Die Redaktion von marketing.ch liefert seit 2012 regelmässig spannende Inhalte rund um das Thema Marketing. Wenn kein anderer Autor hinterlegt ist, hat das marketing.ch Team gemeinsam unter diesem Account an den Artikeln gearbeitet. 🙂

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